Rennberichte

Tour du Jura

Ein aller letztes Mal im 2019 eine Startnummer montieren. Eigentlich lautete der ursprüngliche Plan: meine 12 Prüfungen zu schreiben, dann 8 Tage mit meiner Schwester nach Bulgarien velofahren zu gehen und anschliessend direkt an die Malaysiarundfahrt zu fliegen. Dieser Plan wurde jedoch durchkreuzt, als die Rundfahrt um einen Monat nach hinten verschoben wurde und deshalb REMAX den Entschluss fasste nicht teilzunehmen.

Die Zeit in Bulgarien konnte ich deshalb sehr geniessen. Dies bedeutete jedoch, dass ich nur noch Grundlagentraining machte. Leider war dies nicht die perfekte Ausgangslage, um nun dieses Wochenende wieder ein Rennen zu fahren… Mein letztes Intervalltraining war etwa 3 Wochen her…

Der Kurs war 8 Runden lang und mit 1000 hm gespickt. Von Anfang an war die Peace sehr hoch und es gab konstant eine Attacke nach dem Anderen. Auf den letzten 20 Kilometer war mein Tank endgültig leer und ich musste in einer dreier Gruppe das Rennen zu Ende fahren. Es gab Rang 10.

Züri Crit

Umso verrückter, desto besser. Deshalb habe ich mich spontan dazu entschieden an einem Fixie-Criterium mitzumachen. Die Idee war so ausgefallen, weil ein Fixie ein Velo ohne Bremsen, Gänge und mit Starrlauf ist. Dies bedeutet man muss immer treten auch in den Kurven. Doch das ginge ja noch, schliesslich war ich in den letzten Jahren oft auf der Bahn und kannte das Gefühl wie es ist, mit so einem Rad Rennen zu fahren. Das aussergewöhnliche war jedoch, dass das Rennen inmitten der Stadt Zürich stattfand und nicht etwa auf einer Rundbahn. Die besten Altheten aus der ganzen Welt waren für diesen Anlass angereist.

Ich hatte genau 30 min Erfahrung mit meinem ausgeliehenen Fixie-Velo und sonst Null Kenntnis. Ich liess mir dies jedoch nicht anmerken. In der Quali-Runde fuhr ich auf den starken 5. Rang von 16. Teilnehmerinnen, 10 davon Welt-Profis.

Das Finalrennen war dreimal so lang wie die Quali (30km). Wir fuhren diese mit einem 41.4 km/h Schnitt, ohne Bremsen versteht sich! Ich war immer super positioniert und so konnte ich sogar am Schluss um den Sieg mitsprinten. Leider jedoch war mein Sprint nicht ganz so toll wie der, der Profis aber Rang 7 gabs trotzdem.

Dieses Rennen war das beste der ganzen Saison, weil die Zuschauer am Streckenrand für eine einzigartige Atmosphäre sorgten. Hoffentlich werde ich nächstes Jahr wieder am Start sein.

Jetzt jedoch gilt es noch die letzten Prüfungen zu schreiben, bevor auch ich endlich mal Ferien habe…

Oberbaselbiet

Der Wetterbericht sah leider nicht allzu motivierend aus, hatte es doch 30 Grad gemeldet. Doch einem Deal zu liebe machte ich mich trotzdem auf den Weg.

Das Rennen war von Beginn an hart. Die Strecke führte 8 Mal, über einen knapp 8 km langen Rundkurs, mit rund 1000 hm. Auf der 3., 5. und 7. Runde gab es eine Bergwertung. Deswegen konnten die meisten Fahrerinnen die ersten zwei Runden mithalten. Auf der 3. Runde wurden dann viele distanziert, so auch ich. Auf Grund der technisch sehr anspruchsvollen Abfahrt und zwei anderen Fahrerinnen konnte ich jedoch rasch wieder zum Feld aufschliessen. Viele konnten dies jedoch nicht mehr und so waren wir noch rund 13 Fahrerinnen. Zum Glück konnte ich mir während dem Rennen eine Bidon-Dusche organisieren, die ich in der Verpflegung bekam. Dadurch konnte ich ein bisschen abkühlen. In einer weiteren Runde gelang es mir einen Bidon zu erbetteln. Wenn man alleine an so ein Rennen geht und die meisten anderen Fahrerinnen in einem Team angereist sind, musst du einfach für dich selber schauen, sonst gehst du leer aus.

Als es das siebte Mal zur Bergwertung kam, musste ich einmal mehr abhängen lassen. Doch auch dieses Mal gelang mir der Anschluss wieder. Ich hatte jedoch schon fest damit gerechnet, die letzten 1,5 Runden mit einer anderen distanzierten Fahrerin alleine zu Ende fahren zu müssen. Umso grösser war die Freude, als ich auch in der letzten Runde den Berg überwinden konnte und bis zum Schluss um den 4. Platz mitkämpfen konnte. (Drei Fahrerinnen hatten sich früher im Rennen einmal distanziert…) Doch ich hatte so heiss und total leere Beine, das es schlussendlich Rang 9. gab. Also letzte meiner Gruppe. Doch trotz allem ein sehr gutes Ergebnis bei 19 gestarteten Fahrerinnen. Einmal mehr war ich beste U23 Fahrerin.

GP Olten

Wieder einmal stand das Glück auf meiner Seite und es hatte für den ganzen Tag Regen angesagt. Das heutige Rennen fand auf einem 800m langen Rundkurs statt, den wir 50 Mal zu befahren hatten. Alle fünf Runden gab es für die ersten fünf Fahrerinnen Punkte zu kassieren.

Mir gelang es von Beginn an immer ein paar Punkte zu sammeln. Leider jedoch nie die Maximalpunktzahl fünf aber immerhin auf 10 Punkte schaffte ich es bis ans Ende des Rennens.

Dies bedeutete, dass es den 5. Schlussrang für mich gab. Berücksichtigt man, dass ich in den letzten Wochen kaum auf dem Velo sass und nicht gerade als Sprinterin bekannt bin, ist dies eine ausserordentlich gute Leistung für mich.

Tour de la Feminine CZ

Fünf Etappen innerhalb von vier Tagen zu fahren war das Motto der Tschechien-Rundfahrt. Nachdem ich mir zuerst lange nicht sicher war, ob ich überhaupt teilnehmen soll (Prüfungsstress), hatte sich meine Entscheidung als richtig erwiesen.

Die erste Etappe führte uns über 120 km und 1400 hm durch die hügelige tschechische Landschaft. Auf den letzten 15 km musste ich von der vordersten Gruppe abreissen lassen. Ich war wieder einmal total überhitzt und am Ziel einem Kollaps nahe. Trotz Allem brauchte ich jedoch nur 56 s länger für Etappe, als die Siegerin!

Am zweiten Tag stand eine etwas kürzere Etappe an (104 km). Auch da fand ich mich irgendwann in einer kleineren Gruppe wieder und konnte das Rennen gut zu Ende fahren.

Alle guten Dinge sind drei. Deshalb gab es am dritten Tag eine Doppeletappe. Ein Zeitfahren war für den Morgen vorgesehen und 71 wellige Kilometer für den Nachmittag. Der Plan war das Zeitfahren so gemütlich wie möglich zu nehmen, ohne auf Grund von zu viel Zeitrückstand vom Rennen genommen zu werden. Die Überlegung dahinter war, ich war eine der wenigen von den 150 gemeldeten Fahrerinnen, die kein Zeitfahrvelo besass. Ausserdem habe ich dieses Jahr keinen Schwerpunkt auf irgendwelche Zeitfahrqualitäten gesetzt und mich auch Null darauf vorbereitet. Daher wollte ich am Morgen Energie sparen, um dann am Nachmittag eine gute Leistung abrufen zu können. Der Plan ging märchenhaft auf. Während meinem Zeitfahren hatte es 30 min richtig heftig geregnet und ich war voll in meinem Element. So beendete ich das Rennen 3 Minuten schneller, als auf Grund vorherigen Jahren maximal errechnetem, Zielzeit. Das Glück schien ganz auf meiner Seite zu sein. Die Nachmittagsetappe fand auch in strömendem Regen statt. Ich war so gut drauf, dass ich es zu Stande brachte am Schluss um den 2. Platz mitzusprinten. Es gab dann Rang 25. Dies jedoch ist mein Bestes Ergebnis, das ich je an einer Rundfahrt gefahren bin. Ich bin stolz auf dieses Resultat!

Die letzte Etappe war 91 km lang. Der Regen schien nicht in Sicht zu sein und deshalb kühlte ich mich am Start mit Bidon-Wasser ab. Mein Team fuhr auf den Zwischensprint bei Kilometer 7.9. Dies war das erste Mal, dass ich half einen Sprintzug aufzuleiten. Weiter ging es mit vielen Höhenmeter und rasantem Tempo. Kurz vor Rennhälfte wurde ich von der Spitzengruppe distanziert und fuhr in einer rund 20 köpfigen Gruppe weiter. Zum Glück überholte mich zu diesem Zeitpunkt das Teamauto und eine Betreuerin konnte mich mit Wasser etwas abkühlen. Die Maximaltemperatur an diesem Tag war zwar nur 22 Grad, trotzdem litt ich sehr darunter. Auf den letzten 6 km gab es dann die langersehnte Erlösung und es regnete. Das Rennen beendete ich in den Top 50.

Im Gesamtklassement gab es Rang 56 was mich klar in der vorderen Hälfte klassierte.

SM Thurgau

Das wohl wichtigste Rennen der Saison fand heute statt. Meine Motivation hielt sich jedoch in Grenzen, hatte ich doch vor zwei Wochen schon einmal einen Ausflug ins Thurgau unternommen und die Strecke besichtigt. Nach meinem Geschmack waren die Anstiege zu kurz, dafür jedoch zu steil und die Abfahrt, zu einfach und zu spät.

Trotzdem begab ich mich um 7:30 and die Startlinie. Die ersten vier Runden waren auf einer relativ flachen Strecke mit nur je 120 hm. Ich hatte keine grosse Mühe mitzuhalten und konnte mich aktiv ins Renngeschehen eimischen.

Dann folgten zwei Runden über den Sitzberg mit je 320 hm. Wir fuhren mit einem hohen Tempo unten in den Berg rein und gegen Ende des Berges war ich leider nicht mehr in der vordersten Gruppe. Mit fünf weiteren Fahrerinnen nahm ich die zweite Runde unter die Räder. Zum Glück konnte ich mir in der Verpflegungszone einen Bidon erbetteln und den über den Kopf und Trikot leeren. Zu diesem Zeitpunkt war ich nämlich bereits total überhitzt und hatte Mühe genug Luft zu bekommen.

Die zweite Runde über den Sitzberg wurde dann ein bisschen gemütlicher gefahren. Was jedoch nicht hiess, dass ich nicht bis ans äusserste meiner Grenze gehen musste, um mitzuhalten…

Schlussendlich vermasselte ich den Zielsprint um Rang 9. und endete auf Platz 12. Was mich jedoch als beste U23-Fahrerin klassierte!

Rennen Steinmaur

Einmal mehr hatte ich das Glück, direkt von zu Hause aus, mit dem Velo an den Startort fahren zu können. Auf dem Programm stand ein 78 km langer und hügeliger Rundkurs, der zusammen mit den Herren U19 gefahren wurde.

Die Post ging von Beginn an voll ab. Die ersten 1,5 Runden überlebte ich in der vordersten Gruppe. Dann, bei der zweiten Hügelpassage, musste ich Tempi rausnehmen und fuhr dann mit zwei weiteren Fahrern weiter. Mit der Zeit konnten wir immer mehr Fahrer/innen von Vorne aufsammeln. Viele mussten auch irgendwann einmal abreissen lassen. Dies bedeutete jedoch auch, dass in meiner Gruppe sehr schnell gefahren wurde. Es blieb jeweils nur in der Abfahrt Zeit zum Verschnaufen. Auf der Fläche hatten wir jeweils einen 40er Schnitt.

Es war extrem warm (oder zumindest für meinen Geschmack 🙂 ) und ich litt sehr darunter. Dies bedeutete, dass ich nach 43 km abreissen lassen musste und den Rest alleine zu Ende fuhr. Das positive daran, ich wurde von niemandem eingeholt. Das Negative, es wurde nicht kühler…

Schlussendlich gab es Platz 9 von 15 gestarteten Frauen.

Pfinstrennen Ehrendingen

Da das Rennen nur eine Stunde von meiner WG in Altstetten entfernt startete, konnte ich mit dem Velo zum Start fahren. Der Rundkurs war 7 km lang und wir machten ihn 12 Mal. Die Schwierigkeit lag jedoch nicht in der Länge, sondern daran, dass wir das Rennen zeitgleich mit den U19 Herren zu absolvieren hatten.

Leider gab es bei Kilometer 22 einen Sturz genau vor mir und ich konnte nicht mehr ausweichen und ging so ebenfalls zu Boden. Das Velo schien noch funktionstüchtig zu sein, nur einen Bidon hatte ich verloren und eine Schürfwunde zierte mein Bein. Zum Glück konnte ich nach dem Sturz mit einem anderen Mann weiterfahren. Nach ein bisschen mehr als zwei Runden schafften wir es sogar wieder zurück ins Feld! Nach weiteren 20 km ging mein Energiespiegel jedoch langsam dem Ende zu und so musste ich mich vom Feld trennen. Zusammen mit einer anderen Frau fuhr ich dann noch die restlichen drei Runden zu Ende. Schlussendlich gab es den 8. Rang.

Omloop van de ijsseldelta WE 1.2

Nach einer rund 10 stündigen Autofahrt am Freitagabend erreichten wir um Mitternacht herum Holland. Das Rennen fing dann am nächsten Morgen an und führte uns auf einer flachen 132 km langen Rundstrecke quer durch die Region rund um Zwolle. Der Wind war so stark, das eine Zeit lang gar nicht sicher war, ob das Rennen überhaupt durchgeführt werden kann.

Schlussendlich erfolgte jedoch der Startschuss und nach der Neutralisationszone wurden schon Echalons gebildet. Das ganze Remax Cycling Team war in einer rund 20 Fahrerinnen umfassenden Gruppe hinter der Spitzengruppe gefangen. Es war brutal hart und unsere Gruppe wurde immer kleiner. Sobald man auf der Windkante war, war man weg. Ausserdem musste man aufpassen nicht vom Wind weggetragen zu werden. Fast jede Fahrerin war in diesem Rennen zumindest einmal im Graben oder Gras gefahren/gelandet.

Leider habe ich meinen einen Bidon bereits nach rund 10km verloren, da ich ein Problem mit dem Verschluss hatte und dann noch jemand mein Hinderrad touchierte, so das mir der Bidon aus der Hand geschlagen wurde. Unsere Verpflegung war erst bei Kilometer 95. Was bedeute, dass ich solange nur einen Bidon hatte. Dies war extrem schwierig für mich. Normalerweise würde ich in dieser Zeit locker 3 Bidons trinken…

Als ich dann den Bidon bei km 94 bekam, konnte ich endlich aufatmen und etwas trinken. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer. 1 km später hiess es: „The race is over“. Anscheinend waren wir zu langsam unterwegs. (Wir hatten bis dahin mer als einen 37km/h Schnitt und der Wind war wirklich schon fast orkanwürdig). Wir waren alle extrem enttäuscht und als wir dann später die Rangliste sahen und bemerkten, dass die Organisatoren nur 28 von 115 Fahrerinnen ins Ziel kommen liessen, war die Empörung gross.

Grand-Prix Cham-Hagendorn WE 1.2

Lange zweifelte ich daran, ob ich überhaupt an den Start des heutigen, 26. Mai, Renen gehen soll. Ich verbrachte kaum Zeit auf dem Velo, während der Woche und litt konstant an Kopfweh. Dies waren immer noch Spätfolgen des Sturzes in LX. Schlussendlich entschied ich mich jedoch dazu, die 111.6km unter die Räder zu nehmen. Unter anderem auch deshalb, weil es das wichtigste und grösste Frauenrennen in der Schweiz ist.

Bereits von Begin an wurde das Tempo konstant hoch gehalten und wir flogen nur so über die hügelige Rundstrecke. Nach knapp Rennhälfte verlor ich aufgrund eines beinahe-Sturzes den Anschluss and die Spitzengruppe. Ich fuhr dann zwei Runden in einer kleineren Gruppe. Dann gelang es uns nochmals in das Hauptfeld hereinzufahren. Leider jedoch waren unsere Beine bereits wesentlich müder als diejenigen der Gruppe vor uns und so war unsere Gruppe von vorher bald wieder zusammen. Die weiteren Runden wurden von Mal zu Mal langsamer gefahren. Erst in der Letzten, 12. Runde, attackierten drei Fahrerinnen aus unserer rund 15-köpfigen Gruppe und zogen vorne weg. Der Rest von uns sprintete um den 45. Platz. Ich wurde 51. und bin den Umständen entsprechend ganz zufrieden damit.

Jetzt heisst es zwei Wochen Energie tanken bevor es mit einem weiteren WE 1.2 Rennen weitergeht in Holland.

Berner Rundfahrt

Mit müden Beinen und immer noch vom Sturz geprägtem Körper machte ich mich heute an den Start der Berner Rundfahrt. Als dann nach 5km noch jemand in mein Vorderrad fuhr und die Scheibenbremse ab diesem Moment anfing zu schleifen, fing ich an, an mir zu zweifeln. Der 3,5 km lange und durchschnittlich 5% steile Anstieg bereits zu Beginn des Rennens tat mir schon beim ersten Mal weh. Leider jedoch folgten darauf noch zwei mal die gleiche Runde…

Ich musste bereits bei der ersten Runde, im Anstieg, viele Fahrerinnen ziehen lassen. Schlussendlich war ich alleine zwischen zwei Gruppen vorne und einer hinter mir gefangen. Ich entschied mich dazu, mich zu Letzteren zurückfallen zu lassen. Es stellte sich als gute Entscheidung heraus. Die rund 8-köpfige Gruppe harmonierte sehr gut und wir konnten ein konstant hohes Tempo fahren. Als wir kurz vor der zweiten Zieldurchfahrt die 10 Fahrerinnen starke Gruppe vor uns sahen, schafften wir es zu dieser aufzuschliessen. Gleichzeitig verloren wir drei Fahrerinnen, welche noch jünger waren und nur zwei Runden zu bewältigen hatten. Das Timing schien also perfekt zu sein.

Glücklicherweise wurde dann die dritte Runde eher gemütlich gefahren. (Wobei für mich zu diesem Zeitpunkt auch kriechen hart genug war) Es schien keinen Grund zu geben schneller zu fahren. Die Gruppen vor uns hatten rund 8 Minuten Vorsprung und hinter uns gab es keine grosse Gefahr mehr.

Auf rätselhafte weise gelang mir dann noch die Ziellinie als Vierte Fahrerin von unserem Feld zu überqueren. Dies resultierte im 14. Gesamtrang.

Ich bin einfach unglaublich froh, konnte ich das Rennen zu Ende fahren. Schien doch Alles dagegen zu sprechen

Festival Elsy Jacobs

Hallo Luxemburg. Einmal mehr kam ich in den Genuss mit dem REMAX Cycling Team an den Start eines Mehretappenrennens zu gehen. Die erste Etappe fand am 10. Mai statt und war ein 2,7 km langer Prolog. Ich überstand die Strecke zwar, konnte jedoch kein gutes Ergebnis einfahren. Darüber hatte ich mir jedoch auch keine Illusionen gemacht. Kurze Efforts liegen mir nicht wirklich.

Die zweite Etappe war eine relativ flache 109 km lange Strecke. Die ersten 38 km gingen sehr gut. Ich befand mich immer vorne im Feld und konnte gut vom Windschatten profitieren. Dann bei km 38 folgte ein 1,4 km langer Aufstieg. Einen Moment, oben am Berg, befand ich mich noch am Ende des Pelotons. Kurze Zeit später ging eine Lücke vor der Fahrerin vor mir auf und wir mussten zuschauen, wie das Hauptfeld abdüste. Da von hinten jedoch nochmals eine kleine Gruppe von Fahrerinnen kam, konnte ich es zurück ins Peloton schaffen. Leider jedoch war ich voll auf der Windkante und musste nochmals abreissen lassen. Der Tag war gelaufen für mich. Jetzt hiess es: Regen geniessen und Energie sparen für morgen. Ich beendete das Rennen im Gruppetto.

Die letzte Etappe fand am 12. Mai statt. Es war ein hügliger Rundkurs auf 111 km verteilt. Die ersten 50 km waren die gleichen, wie gestern. Dies hiess ich musste den 1,4 km langen Aufstieg nochmals bewältigen. Dieses Mal jedoch machte ich es besser. Ich machte es sogar so gut, dass ich bis zum km 80 in der ersten Gruppe war. Dann rammte mich jemand von der Seite. Ich stürzte hart zu Boden und mein Lenkrad war total verbogen. Schnell checkte ich ob ich noch schalten konnte. Es funktionierte noch. Vom Adrenalin angetrieben setzte ich mich zurück aufs Velo und startete die Verfolgungsjagt alleine. Ich konnte eine andere Fahrerin ein paar Meter vor mir ausmachen und schloss zu ihr auf. Zusammen fuhren wir 1,5 Runden. Dann war mein Tank leer und ich musste sie ziehen lassen. Dies bedeute ich war alleine für die letzten 1,5 Runden. (=15 km) Ich gab Alles war in mir war und sagte mir, schau einfach nicht zurück und check ob eine andere Gruppe von hinten zu dir aufschliesst. Fahr einfach weiter. Im Kopf jedoch sagte eine andere Stimme. Gib einfach auf. Es ist hart. Dir tut Alles weh und du bist verletzt.

Ich schaffte es ins Ziel ohne dass ich von jemandem eingeholt wurde. Ich war jedoch total erschöpft. Alle Emotionen, die Müdigkeit und der Sturz liessen mich völlig atemlos. Mir war hundsübel und es bauchte sehr viel Willenskraft um nicht zu kollabieren. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich diese letzte Etappe zu Ende fuhr. Aufstehen, Krone richten, weiterfahren!

Prix du Saugeais

Schnee im Mai. Ja du hast richtig gehört. Heute, am 5. Mai, ging ich nach Frankreich um ein 51 km langes Rennen zu fahren mit rund 1000 hm. Es war das erste Rennen, welches ich mit meinem neuen Team REMAX Cycling fahren konnte. Ich war sehr erfreut über den heutigen Wetterbericht, den bei Minustemperaturen kommt mein Körper erst richtig auf Touren. Jedoch aber schien ich die einzige zu sein, die Gefallen am Schnee hatte…

Der Start war relativ gemächlich, da niemand so richtig eingewärmt war. Die Minustemperaturen waren nicht verlockend genug dafür. Gegen Ende der Ersten, von Drei Runden, ging eine Fluchtgruppe. Mein Team hatte zwei Fahrerinnen dabei, also blieb ich und zwei weitere Fahrerinnen hinten im Peloton.

Bei jedem Anstieg wurde voll gefahren und danach wurden die Beine wieder hängen gelassen. Dies zog an meinen Kräften. So musste ich in der zweiten Runde kurz vor dem höchsten Punkt die Hauptgruppe ziehen lassen. Dank einer waghalsigen Abfahrt, die fast mit einer Katzenkollision geendet hätte, konnte ich jedoch mühelos wieder den Anschluss finden.

In der Dritten Runde erging es mir gleich. Wieder verlor ich den Anschluss. Doch dieses Mal schloss ich nicht nur zur Gruppe wieder auf, sondern fuhr an ihnen vorbei und liess sie in der Abfahrt alle stehen. Ich konnte eine riesige Lücke aufreissen. Dies jedoch war nicht wirklich meine Absicht gewesen, da es noch rund 10 km bis zum Ziel waren und es windig und hügelig weiter ging. Trotzdem gab ich Alles und testete wie weit ich kommen konnte. Es dauerte nicht allzu lange und die Gruppe war mir wieder auf den Fersen. Kurz darauf attackierte eine Teamkollegin mit einer anderen Fahrerin. Meine Reaktionszeit war ein bisschen zu kurz, und so war ich zwischen ihnen zwei und dem Feld hinter mir gefangen. Wieder einmal gab ich was noch in mir war und konnte so die letzten 5 km alleine ins Ziel fahren ohne dass mich das Hauptfeld von hinten einholen konnte. Dies sicherte mir den 7. Rang.

L’enfer du chablais

Der 14. April startete früh für mich. Bereits vor 6.00 Uhr am Morgen musste ich auf dem Zug sein, damit ich um 10:15 an der Startlinie in Rennaz stehen konnte. Der Rennkurs bestand aus 10 Runden an je 9 km. Der Name „l’enfer“ bekam das Rennen dadurch, dass nicht die ganze Strecke asphaltiert ist, sondern zwei lange Naturwegstrassen mit dabei sind.

Sobald der Startschuss ging, war bereits die Hölle los. Wir fuhren wie die Verrückten und meine Beine waren bereits fünf Minuten nach dem Start total übersäuert. Dies bedeute, dass ich den Anschluss an das Hauptfeld, bestehend aus Männer U19 und Frauen, verpasste. In der zweiten Runde jedoch konnte ich nochmals Aufschliessen. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer. Der Rest vom Rennen verbrachte ich in einer 6er-Gruppe. Da es sehr windig war und unsere Gruppe alles andere als langsam fuhr, war ich auch so am Ende total erschöpft und froh es heil ins Ziel geschafft zu haben.

Mit meinem Velo jedoch war ich äusserst zufrieden. Musste ich das Rennen letztes Jahr noch aufgeben auf Grund eines Sturzes und anschliessenden Defektes, konnte ich dieses Jahr das Rennen ohne Platten und Sturz zu Ende fahren.

GP Crevoisier-Tour de la Courtine

Am 31. Mai war es Zeit die Schweizer-Rennserie zu starten. Das erste Rennen davon war im Kanton Jura und führte uns über 75km, auf fünf Runden verteilt. Pro Runde gab es jeweils einen 2km langen Anstieg. Währen dem Rennen habe ich mich gut gefühlt. Vor allem zu Beginn gab es sehr viele Attacken. Zum Teil ging ich mit und manchmal auch nicht. Es war ein Katz und Maus Spiel, bis es schlussendlich einer Gruppe gelang eine Lücke zu reissen. Leider jedoch war ich nicht in dieser Gruppe und von da an fiel unser Tempo mächtig zusammen. Nur noch beim Anstieg wurde aufs Gas gedrückt. Da es sehr viel Gegenwind hatte, machte es nicht viel Sinn alleine etwas zu probieren und so fuhr ich in einer Gruppe von rund 15 Fahrerinnen weiter. In der letzten Runde wurde dann noch auf den 9. Rang gesprintet. Leider jedoch ist dies nicht wirklich mein Ding und so habe ich auf den letzten 700m abreissen lassen und so noch 10 Ränge verloren…

Rundfahrt Setmana Ciclista Valenciana

Vom 21-24. Februar nahm ich an der Rundfahrt: Setmana Ciclista Valenciana teil. Ermöglicht würde mir dies durch das Remax Cycling Team, die noch zwei Gastfahrerinnen mitnehmen durften. Es waren vier unglaublich tolle Renntage. Das erste Mal live mit den Frauen mitfahren zu dürfen, die man sonst nur vom Fernseher und den Social Medias kennt, war hammermässig.

Meine Erwartungen vor der Rundfahrt waren sehr bescheiden. Ich dachte, wenn ich die erste Etappe bis ins Ziel schaffe, ist dies schon eine riesen Leistung für mich. Erinnerte ich mich doch nur allzu gut an meine letzte Rundfahrt vor 1,5 Jahren. Damals durfte ich mit der Schweizer Nati an der Tour: „Cycliste Féminin International de l’Archèche“ starten. Leider endete dieses Rennen für mich bereits während der 1. Etappe, auf den ersten 10km, da ich eine Synkope erlitt.

Mit einem mulmigen Gefühl begab ich mich daher an die Startlinie auf der ersten Etappe. Doch meine Sorgen waren unbegründet. Sehr schnell fand ich mich zurecht in dem riesen Feld von 170 Fahrerinnen, die Mehrzahl von ihnen Profis. Ich konnte sogar bis am Schluss mit den meisten von ihnen mithalten und musste erst auf den letzten km abreissen lassen, als es um die Zieleinfahrt ging.

Und so ging es jeden Tag weiter bis ich auch die letzte Etappe sturzfrei und putzmunter zu Ende fahren konnte.

Dieses Rennen hat mir sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Ausserdem war es ein riesen Motivation für mich den Winter draussen in der Kälte zu verbringen und Stunde um Stunde auf dem Rennvelo zu verbringen. Wusste ich doch, meine Form würde schon bald auf die Probe gestellt.

Desweiteren erhielt ich durch diese Rundfahrt die Gelegenheit an einer weiteren Tour mit dem Remax Team zu starten. Mehr dazu bald…